xhtml_trans xhtml Andrea Costa Engineering: Was ist integrale Planung

Von einer traditionellen Planung zum Integralen Planungs-Prozess

(Frei aus: iiSBE Richtlinien)

Traditionelle Gebäudeplanung kann als ein linearer Prozess verstanden werden. Sequentielle Arbeitsabläufe sind aber oft nicht in der Lage, eine angemessene Design-Optimierung während der einzelnen Projekt-Phasen zu gewährleisten, die voneinander relativ entkoppelt sind. Das führt oft zu höheren Gesamtausgaben am Ende der Projektplanung. Diese Aussage ist stark verallgemeinert. Trotzdem, diese Art von Planung wird von der überwiegenden Mehrheit von Generalunternehmen gefolgt, und sie verhindert in der Regel, dass die qualitative planerische Leistung über das herkömmliche Niveau hinausgeht.

Dies ist das Ergebnis von Entwurfsprozessen, die zunächst schnell und einfach erscheinen, die dann aber all zu oft hohe Betriebskosten und die Schaffung einer Innenklima zur Folge haben, die nicht optimal oder gar zukunftsweisend sind. Verständlicherweise, da der herkömmliche Planungs-Prozess in der Regel keine Computersimulationen beinhalten, die Energieeffizienz und Behaglichkeit vorhersagen, kommen die resultierende schlechte Leistung und die hohen Betriebskosten in der Regel als eine Überraschung für Eigentümer, Nutzer und Betreiber. 

Die oben genannten Probleme stellen nur die offensichtlichsten Mängel dar, die aus einem konventionellen Planungs-Prozess resultieren können. Obwohl es viele Ausnahmen geben kann, können wir uns auf einen "traditionellen" Design-Prozess beziehen, als einen mit folgenden Merkmalen:

·       Der Architekt und der Kunde einigen sich auf einen Design-Konzept, bestehend aus einem allgemeinen Massen/Volumen Schema, Orientierung, Fenster und (in der Regel) das allgemeine äußere Erscheinungsbild, zusätzlich zu Bauweise und womöglich Baumaterialien;

·       Die Fachingenieure für Heizung/Lüftung und Elektro werden dann aufgefordert, den Entwurf zu vervollständigen und geeignete TGA-Systeme vorzuschlagen;

Die Design-Merkmale, die aus einem solchen Verfahren herrühren, beinhalten oft auch Folgendes:

·       Eingeschränkte Nutzung der potenziellen Vorteile von Solarstrahlung während der Heizperiode, was zu einem größeren Wärmebedarf führt;

·       Mögliche Gefahr von zu hoher Kühllast im Sommer, aufgrund zu großer und/oder zu exponierter Verglasungsfläche auf die Sonne während der Kühlperiode (die mittlerweile nicht mehr nur mit dem Sommer übereinstimmt);

·      Keine Ausschöpfung des Tageslicht-Potentials aufgrund eines Mangels an entsprechend angeordneter oder dimensionierter Verglasung, oder aufgrund fehlender Strategien, die das Tageslicht weiter ins Gebäudeinnere kanalisieren;

·     Mögliche ausgeprägte Unbehaglichkeit der Gebäudenutzer durch lokale Überhitzung (besonders in westorientierten Räumen), Luftzugserscheinungen aufgrund starker Klimaanlagen, Blendung an Arbeitsplätzen ohne ausreichend wirksamen Blendschutz oder Verschattung;

Falls die beteiligten Ingenieure klug und erfahren sind, werden sie in solchen Fällen sehr fortschrittliche und leistungsfähige Heizungs-, Lüftungs-, Kühlungs- und Beleuchtungssysteme vorschlagen, die aber oft nur zu einer marginalen Leistungssteigerung in Verbindung mit erheblichen Kapitalkostensteigerungen führen.

Es ist deshalb wichtig, die Konzepte zu allen Planungsfragen in den frühen Entwicklungsphasen zu erörtern.

 

Der Integrale Planungs-Prozess ist ein Verfahren, das das Gebäude als Einheit betrachtet (holistisch), einschließlich seiner technischen Ausrüstung, seiner Umgebung und für seine gesamte Lebensdauer (Lebenszyklus). Dies kann aber nur umgesetzt werden, wenn alle Planungsakteure im Projekt interdisziplinär kooperieren und weitreichende Entscheidungen gemeinsam von Anfang an vereinbaren. 

Der Integrale Planungs-Prozess ist an sich nicht neu. Die Umsetzung in der Alltagsplanung ist aber neu: das Wissen und die Erfahrung, die durch eine analytische Betrachtung des zu planenden Gebäudes gewonnen werden, fließen strukturiert in die Planung in Form eines Leitfadens ein.

Der integrale Planungs-Prozess betont die Iteration der Designkonzepte im Planungs-Frühstadium durch ein eingespieltes Team von Spezialisten. Das Ergebnis ist, dass die Teilnehmer ihre Ideen und ihr Fachwissen sehr früh und kollektiv in die Planung mit einbringen. Die Konzepte für Energieversorgung und Haustechnik werden nicht nach der architektonischen Gestaltung einfach ?drangehängt? sondern sie sind von Anfang an ein integraler Bestandteil des Gebäudes.

Motivation und Kompetenz: Ein hochqualifiziertes Projekt beginnt mit Teammitgliedern, die entschlossen sind, ein qualitativ hochwertiges Design zu erreichen, ein breites Spektrum von technischen und kommunikativen Fähigkeiten auszutauschen und die bereit sind von traditionellen Praktiken abzuweichen.

Klare Ziele: Interdisziplinäre Teamarbeit wird im Vorprojekt-Stadium auf der Grundlage einer klaren Definition der Ziele und durch die Anwendung verschiedener analytischer Hilfsmittel und Evaluierungsmechanismen begonnen.

Kontinuität der Qualitätssicherung: Kontinuierliche Überprüfung der Entwurfsziele seitens eines qualifizierten Design-Managements (z.B. Klima-Ingenieur) berücksichtigt strukturelle Veränderungen und externe Beeinflussungen über den Verlauf des gesamten Planungs- und Bauprozesses und während der Anfangsphase des Gebäudebetriebs.

Die Integration von Spezialisten erst in einem späteren Stadium der Planung ? womöglich erst wenn Probleme aufgetaucht sind ? verringert ihre Chancen den Entwurf zu beeinflussen, da Bauherr und Architekten sich bereits über eine (oft suboptimale) Lösung geeinigt haben.

nützliche links:

Whole Building Design Guide

Roadmap or the Integrated Design Process

International Initiative for a Sustainable Built Environment

Hystory of IDP

 
Aktuelle Termine des Passivhauskreises           » weitere News
Aktuelles
Realisierte Objekte
Slider


background